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Schröpfen und schlemmen
Im 18. und 19. Jahrhundert lief im Bad Schauenburg ein reger Bade- und Kurbetrieb. Der Tagesablauf war für die Gäste streng geregelt, wobei aber die Geselligkeit, die Lebensfreude und die leiblichen Genüsse nicht zu kurz kamen. Im Vergleich zum sittenstrengen Basel – wo sogar das Tanzen nur ausnahmsweise erlaubt war – muss das Leben auf Bad Schauenburg sehr freizügig gewirkt haben. Der Kurbetrieb war deshalb ein beliebter Treffpunkt der «Basler Samstagsgesellschaft».
Aber auch Bauern aus dem Schwarzbubenland kamen an den Badeort, wie der Historiker Daniel Burckhardt-Werthemann um die Jahrhundertwende spottet, «um sich nach uralt bewährten Regeln schröpfen zu lassen und nach geschehener Prozedur die abgezapfte Blutmenge durch ein genau entsprechendes Quantum roten Maispracher zu ersetzen. Von der berühmten, an das Schröpfen geknüpften Diätvorschrift: ‹Am ersten Tag mässig, am zweiten Tag gfrässig, am dritten Tag toll und voll› hat der Bader, soweit der erste Tag in Frage kam, seine Kunden zumeist mit gnädigem, verständnisvollem Lächeln dispensiert.»
(Bild: Bereits im Barockzeitalter war der Badebetrieb stets mit gutem Essen und musikalischer Unterhaltung verbunden.) |
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Solbad
Trotzdem gab es auch Besucher, die zur Behandlung eines spezifischen Leidens nach Bad Schauenburg kamen. Die vom Kurarzt Dr. E.Meyer-Redard empfohlenen Solbadkuren gewährten Linderung bei: «Allgemeinen Schwächezuständen, Blutarmut, Bleichsucht, Scrofulose, Drüsenaffektionen, chronischer Knochenhaut- und Gelenkentzündung, Frauenkrankheiten, Rachitis (englische Krankheit) und Osteomalacie (Knochenerweichung), Gicht und ihren Ablagerungen, chronischem Muskel- und Gelenkrheumatismus, chronischen Kehlkopf- und Rachenkatarrhen, Krankheiten des Nervensystems, Herzaffektionen (Nauheimer Kur)». |
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Quelle: Bad Schauenburg, 2002, Redaktion: Treumund E. Itin, gekürzte Fassung: Marc Schaffner |
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Ein Ritter...
... auf Madlen lag in steter Fehde mit dem Edlen von Schauenburg. Auf der Jagd erschlug der Herr von Madlen den Schauenburger und führte später die schöne Witwe als Gemahlin auf die Madlenburg. Nach dem Tode fand er keine Ruhe. Von Zeit zu Zeit ertönt sein Jagdhorn, man hört das Gebell seiner zwölf weissen Hunde. In wilder Jagd reitet er auf seinem Schimmel durch den Wald. Hört man den Madlenjäger, so bricht bald darauf ein Unwetter los, behaupten die alten Leute.
Quelle: Baselbieter Sagen, Paul Suter und Eduard Strübin |
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